Das Kunstprojekt sozialpalast 2013
Ein Gasometer, ein Fernseher und ein Kessel Buntes
Ein TV - Wochenende im Juni live aus dem Gasometer in Münster
"Wir sind hier mitten in Berlin", sagt Jauch und erklärt, warum er das Gasometer in Schöneberg als Studio wählte: "Das hat nichts Geschlecktes. Hier sehen Sie Rost, hier sehen Sie Industrie, und in 200 Metern beginnen die Dönerbuden." Seine Sendung soll eine politische Gesprächsrunde im weitesten Sinn sein. Ziel sei es, dass der Zuschauer „klüger aus der Sendung herausgehe", so Jauch.
Die Polittalk-Sendung GüntherJauch immer Sonntags live aus dem Gasometer in Berlin-Schöneberg war Impulsgeber für das Kunstprojekt sozialpalast 2013. In Anlehnung an die ARD-Sendung soll der Münsteraner Gasometer als Rahmen für eine TV-Installation genutzt werden.
Der Versuchsaufbau als Gegenstand künstlerischer Installation und als erweiterter Bühnenbegriff:
sozialpalast lässt wie immer eine KunstBühne, ein Setting entstehen, in dem die beiden Theaterleute Steffi Bockermann und Toto Hölter wie in einem privaten Raum agieren. In diesen privaten Raum, in den alltäglichen Fernsehabend eines bürgerlichen Paares brechen immer wieder Interventionen von TV-Formaten hinein.
Der Gesamtaufbau funktioniert nach dem Prinzip Fernsehen.
Im wahrsten Sinne des Wortes ist ein Großbildfernseher im Publikumsbereich außerhalb des Gaskessels medialer Mittler der Inhalte aus dem Kessel heraus. Drinnen ist gleichzeitig der Private Raum der plötzlich selbst zum Fernsehstudio wird. Eine Umkehrung und eine Doppelung von Bühne gleichzeitig: Theater spielt die private Situation, dort hinein intervenieren diverse TV-Formate, wie Kochshow, Podiumsdiskussion, Talkshow, Kabarett, Comedy, aber auch Prominente.
Das Gesamte ist eine TV-Übertragung in den Zuschauerbereich außerhalb des Gasometers, LIVE! Das Private wird öffentlich, wird gesellschaftlich, wird politisch, wird kreativ, wird bunt, und insgesamt doch wieder zu einem Fernsehformat.
Mit einfachen, kreativen Mitteln werden Sendeformate und Fernsehen an sich als mediales Mittel konfrontativ auf die Probe gestellt und ausgelotet, indem sie in den privaten Alltag einbrechen und wiederum medial übermittelt werden.
Film, Skulptur, Fernsehen und Totales Theater
Es geht nicht darum TV-Formate zu kopieren oder zu parodieren, sondern es ist der Anspruch mit
künstlerisch-authentischen Mitteln Originalität zu finden. Originalität als Synonym für Einfallsreichtum,
Ideenreichtum, Vorstellungsvermögen, Kreativität, Imagination, Vorstellungskraft, Fantasie.
Begrifflichkeiten, die in einer auf Souveränität gepimpten Medienlandschaft verloren gegangen
sind.
Der gängigen Wahrnehmungsgewohnheit von TV-Zuschauern wird bewusst nicht entsprochen. Der
Gesamtaufbau wird auf einen künstlerischen Mehrwert heruntergebrochen, mit der Frage: Was
passiert, wenn Fernsehen in den (Fernseh)Alltag einbricht, dort aber die Souveränität eines
Fernsehstudios nicht mehr gegeben ist, sowohl vor der Kamera, als auch vor dem Bildschirm? Es
werden unterschiedliche, gängige TV-Formate ausprobiert: Die Talk-Show, die Kochsendung, die
Spielshow, der Tatort... Insgesamt ein Kessel Buntes.
Es ist der Versuch, Sendeformate ernster zu nehmen, als das Original es selber tut.
Nach dem Motto: "Bringe zusammen, was normalerweise nicht zusammen gehört.", wird mit
kontroversem Duktus eine Dynamik erzeugt, die Synergien ermöglicht und zur weiteren Diskussion
anregt. Dazu werden Elemente eingesetzt, die auf unterschiedlichen Ebenen in das Theaterspiel der
beiden Hauptprotagonisten einfließen: Filmische Einspieler als Projektion auf der Innenwand des
Gasometers, Schauspieler mit Rollenvorgaben, gedoubelte Gäste, VertreterInnen lokaler
Arbeitsgruppen, Vereine und Initiativen, ExpertInnen, Fachleute, Laien.
Bei GüntherJauch sollen die Zuschauer klüger aus der Sendung herausgehen.
Beim sozialpalast sollen die Zuschauer Authentizität erfahren und Originalität finden.
Das Kunstprojekt sozialpalast 2013
TRAILER
Ein Gasometer, ein Fernseher und ein Kessel Buntes
Ein TV-Wochenende im Juni live aus dem Gasometer in Münster
Termine
Freitag, 21.06.2013
Samstag, 22.06.2013
Sonntag, 23.06.2013
Ab 22Uhr, ca. 120 Min., Gasometer, Albersloher Weg 170, 48155 Münster
Zutritt frei!
Programmplanung in Kürze!
Zu den Theaterleuten:
Die beiden Theaterleute Steffi Bockermann und Toto Hölters sind bereits in vier unterschiedlichen
sozialpalast-Projekten aufgetreten.

Immer stellten sie eine häusliche, private und intime Paarsituation
dar. Auch an diesem Abend ist das Bühnensetting ein häusliches. Im weiten Rund des Gasometers sitzen die beiden wie in ihren vertrauten
vier Wänden. Das Publikum sieht von Aussen auf einem Fernseher wie die beiden drinnen fernsehen.
Bockermann und Hölters im sozialpalast:
sozialpalast-mobil 2008
sozialpalast 2009
sozialpalast 2011
sozialpalast OFF




